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Wolf Lotter und Gerhard Fehr beim GBEN: Warum Kontextkompetenz die wichtigste Ressource unserer Zeit ist

Wolf Lotter zu Gast bei neuem Diskussionsformat des Global Behavioral Economics Networks

04. September 2020 | 08:00 Autor: APA-OTS Startseite, Schweiz, Wien

Wien/Zürich (A/CH) Bei #uncoveringblindspots, einer neuen Veranstaltungsreihe des Global Behavioral Economics Networks (GBEN) diskutierte der Journalist und Autor Wolf Lotter gemeinsam mit dem Verhaltensökonomen Gerhard Fehr die Herausforderungen einer immer komplexeren Welt.

Blinder Glaube an Experten, eine Wissensgesellschaft, für die uns die passenden Werkzeuge fehlen, und so viele Bäumen, dass wir den Wald nicht mehr sehen können. Ja, die Welt ist komplex. Um mit dieser Komplexität besser zurecht zu kommen, hilft es oft, über den Tellerrand zu schauen und sich neuen Ideen und Ansätzen zu öffnen. Dieses Prinzip gilt auch für #uncoveringblindspots, das neue digitale Diskussionsformat des Global Behavioral Economics Networks (GBEN). Dabei teilen Experten aus Bereichen abseits der Verhaltensökonomie ihr Wissen und diskutieren es mit Gerhard Fehr, einem ausgewiesenen Empiriker und Verhaltensökonomen. Dieses bewusste Crossover der Disziplinen soll helfen, eingefahrene Denkmuster durchzulüften und gemeinsam Licht auf die eigenen Blindspots zu lenken, also all die blinden Flecken, die die subjektiven Erfahrungen, Kultur und Einstellungen oft verbergen.

Kontextkompetenz als wichtigste Ressource
Der erste Gast bei #uncoveringblindspots am 1. September 2020 war Wolf Lotter, der unter anderem als Gründungsmitglied des Wirtschaftsmagazins „brand eins" ebendort jeden Monat erhellende Essays zu den großen Themen unserer Zeit verfasst. In seinem neuen Buch „Zusammenhänge. Wie wir lernen, die Welt wieder zu verstehen" ermutigt Lotter zu einem konsequenten Umdenken. Wir versuchen permanent Komplexität zu verringern, so Lotter, anstatt sie uns produktiv zu erschließen. Und wir lassen uns von Besserwissern bevormunden, anstatt in unser eigenes Wissen zu investieren.

Lotter fordert daher dazu auf, sich Kontextkompetenz anzueignen – die Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen. Wer Zusammenhänge erschließt und für andere zugänglich macht, erschließt Lösungen, Antworten, Aussichten. Komplexität ist in diesem Kontext für Lotter kein Problem, sondern die wichtigste Ressource der Gegenwart.

Wie man Kontextkompetenz erwirbt
Doch wie lässt sich Kontextkompetenz erwerben? Gerhard Fehr plädierte im #uncoveringblindspots-Dialog insbesondere für mehr Mut zu Experimenten. Durch sie könne man schnell lernen und neue Zusammenhänge herstellen, die innerhalb bewährter Denkmuster und Verhaltensweisen verborgen blieben. Außerdem, so Fehr, sei der Zeitpunkt dafür ideal: „Um die Corona-Krise zu bekämpfen laufen derzeit so viele Experimente wie noch nie, um Lösungen zu finden. Wir leben in einem neuen Zeitalter der Wissenschaft, und diese Gelegenheit sollten wir nützen."

Diesen Befund teilt auf Wolf Lotter. „Aber es wird keine Wunderformel geben", so der Autor. „Es reicht schon, wenn wir uns bemühen, Dinge nebeneinanderstehen und einander ergänzen lassen."

Über das Vienna Behavioral Economics Network (VBEN) / Global Behavioral Economics Network (GBEN)
Das Vienna Behavioral Economics Network wurde gegründet, um die Ergebnisse der verhaltensökonomischen Forschung mit interessierten Menschen zu teilen. Seitdem Veranstaltungen aufgrund von COVID-19 online stattfinden, konnte das VBEN Menschen auf der ganzen Welt für die Verhaltensökonomie begeistern. Aus diesem Grund wurde das Global Behavioral Economics Network gegründet (als Kooperation zwischen VBEN und dem Zürich Behavioral Economics Network ZBEN). Auf den gemeinsamen Veranstaltungen stellen regelmäßig Experten ihre Erfahrungen in der praktischen Anwendung und evidenzbasierten Forschung zur Verhaltensökonomie vor.

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