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Hügli-Standort in Steinach

Erfolgreiches Geschäftsjahr und Wechsel im Verwaltungsrat bei Hügli Holding

13. April 2016 | 08:58 Autor: Hügli Startseite, Schweiz

Steinach (CH) Hügli erzielte 2015 eine organische Umsatzsteigerung von +3.4%. Diese Steigerung basiert überwiegend auf höheren Absatzmengen (Preiseffekt: +0.4%). Mit Blick auf die teils rückläufige Entwicklung der bearbeiteten Lebensmittelmärkte in Europa erachten wir dies als gute Leistung. Die Akquisitionen granoVita/EDEN per 01.01.2015 erbrachten zusätzlich ein Umsatzplus von CHF 25 Mio. resp. +6.7% zum Vorjahr.

Die Integration des Vertriebs dieser neu erworbenen Naturkost-Marken in Deutschland und der neuen Standorte in UK und Spanien sind abgeschlossen und die Synergien sowie die grössere Wertschöpfungstiefe der Eigenproduktion zeigen erste Früchte.

Das Jahr 2015 war massiv beeinflusst durch die drastische Frankenaufwertung Mitte Januar, vor allem gegenüber dem Euro mit einer Veränderung von -12% für das Geschäftsjahr 2015. Da die Hügli Gruppe über 80% der Umsätze / Kosten nicht in Schweizer Franken realisiert, belasten die tieferen Umrechnungskurse sowohl den ausgewiesenen Umsatz als auch den Ertrag massgeblich. Dies einerseits durch die Umrechnung der Erfolgsrechnungen der Gesellschaften im Ausland in CHF, aber auch durch die ökonomischen Folgen der Frankenaufwertung für unsere Gesellschaft in der Schweiz (Umsatzrückgang, Margenverlust). Trotz dieser ausserordentlich hohen Währungsverluste konnte der Konzernumsatz 2015 um +0.4% auf CHF 378 Mio. gesteigert werden.

Deutschland mit hoher Wachstumsdynamik, Schweiz durch Frankenaufwertung unter Druck, gelungener Turnaround in Italien
Das grösste Ländersegment Deutschland überzeugte einmal mehr mit einer hohen organischen Wachstumsrate von +6.1%, nachdem bereits in den zwei Vorjahren +7.3% resp. +4.9% erarbeitet werden konnten. Aufgrund einer tieferen Bruttomarge (Produktmix, akquirierte Handelswaren) und höheren Betriebskosten war der EBIT jedoch rückläufig. Das geographische Segment Schweiz/Übriges Westeuropa erzielte einen organischen Umsatzrückgang von -1.6%, welcher ausschliesslich durch die ökonomischen Folgen der Frankenaufwertung in der Schweiz bedingt ist. Die Länder Italien, UK und Österreich lagen im Umsatz über Vorjahr. Auch auf Stufe Betriebsertrag musste in der Schweiz, trotz striktem Kostenmanagement, ein EBIT-Rückgang hingenommen werden. UK entwickelte sich weiterhin positiv und die Umsatz- und Margenerhöhung führte bei unterproportional gestiegenen Betriebskosten zu einer weiteren EBIT-Verbesserung. Besonders erfreulich zeigte sich der Turnaround in Italien, wo mit einer zweistelligen Steigerung der Absatzmenge eine massgebliche EBIT-Steigerung erzielt werden konnte. Im Ländercluster Osteuropa (CZ, SK, PL, HU) konnte mit +4.5% in Lokalwährungen dank der guten Leistung im Food Service eine beachtliche Umsatzzunahme erreicht werden. Zusammen mit den höheren Umsätzen mit Konzerngesellschaften und der daraus folgenden höheren Auslastung konnte der EBIT deutlich gesteigert werden.

Divisionen Private Label LEH / Brand Solutions im Aufwind, Food Industry im Windschatten der Grosskunden
Besonders dynamisch entwickelte sich die Vertriebsdivision Private Label LEH (Lebensmitteleinzelhandel), in welcher ein Wachstum von +14.5% erzielt werden konnte. Die Division Brand Solutions (Produkte für Markenunternehmen) konnte nach drei sehr überzeugenden Jahren mit durchschnittlich +10% Wachstum erneut einen beachtlichen Umsatzanstieg von +8.0% erzielen. Besonders nachgefragt wurden Produkte in Bio-Qualität. Die Division Food Industry war geprägt durch Veränderungen bei grösseren Key Accounts (Insourcing der Produktion, Absatzrückgänge der Kunden). Verbunden mit einer Portfoliobereinigung führten diese Effekte zu einem Umsatzrückgang von -10.5%. Die grösste Division Food Service erzielte insgesamt ein organisches Umsatzwachstum von +2.7%, mit überdurchschnittlichen Zuwächsen in Deutschland und den East-Ländern. Die Schweiz verzeichnete hingegen merkliche Umsatzrückgänge. Der Umsatz der Division Consumer Brands war durch Wettbewerbsdruck und den daraus folgenden Rückgang des Handelswarensortiments bestimmt, was zu einer organischen Umsatzreduktion der Division von insgesamt -5.9% führte. Andererseits ergab die Integration der neu akquirierten Marken granoVita und EDEN eine massgebliche Umsatzerhöhung.

Währungsverluste übersteigen die EBIT-Zuwächse in Lokalwährungen, Gewinn auf Vorjahresniveau
Die organische Bruttomarge konnte trotz eines negativen Produkt-Mixeffektes dank leicht tieferer Rohstoffpreise und vereinzelter Preiserhöhungen auf Vorjahresniveau gehalten werden. Die neu akquirierten Handelswarenumsätze verwässerten jedoch die Konzernmarge insgesamt. Die Betriebskosten in Lokalwährungen stiegen unterproportional zur Umsatzsteigerung. In 2015 erhöhte sich der Personalbestand überwiegend akquisitionsbedingt um +58 (+4%) auf total 1'436 Vollzeitstellen per Ende Geschäftsjahr. Der währungsbereinigte Lohnaufwand erhöhte sich um +7%, im Wesentlichen durch die Erhöhung des Personalbestandes, die tariflichen Lohnerhöhungen in Deutschland sowie gewissen einmaligen Reorganisationskosten. Weitere, teils projektbezogene Betriebskostensteigerungen ergaben sich im Bereich Business Development, Marketing, IT und Logistik.

In Lokalwährungen resultierte daraus ein EBIT, welcher über dem Vorjahr lag. Die Währungsverluste führten jedoch dazu, dass der ausgewiesene EBIT 2015 sich um -5% auf CHF 30.6 Mio. reduzierte. Dank eines tieferen Steueraufwands im Geschäftsjahr bleibt der Konzerngewinn mit CHF 23.3 Mio. auf Vorjahresniveau (2014: CHF 23.4 Mio.). Die Gewinnmarge beträgt unverändert 6.2% vom Umsatz.

Bilanz und Finanzkennzahlen unverändert solide, Profitabilität weiterhin auf gutem Niveau
Obwohl alle Bilanzwerte durch die tiefere Fremdwährungsumrechnung ebenfalls tiefer ausfallen, verändern sich die wichtigen Bilanzrelationen nicht massgeblich. Bemerkenswert sind die hohen Investitionen in Sachanlagen, welche vor allem durch den Neubau der Mischerei in Radolfzell (Deutschland) getrieben sind, aber auch viele andere Investitionen in eine moderne Produktionsinfrastruktur beinhalten. Zudem wurde mit den Akquisitionen auch in neue Marken und Geschäftsfelder investiert. Die ausserordentlich hohe Investitionstätigkeit von CHF 46 Mio. konnte mehrheitlich durch den guten betrieblichen Cashflow finanziert werden, so dass die Bankverbindlichkeiten nur um CHF 12 Mio. anstiegen. Die damit erhöhte Nettoverschuldung von CHF 67 Mio. ergibt einen Verschuldungsfaktor (Nettoverschuldung/EBITDA) von 1.5x, gegenüber 1.2x im Vorjahr. Trotz der hohen Währungsumrechnungsdifferenz im Eigenkapital sank die Eigenkapitalquote lediglich leicht von 56.8% im Vorjahr auf unverändert solide 54.1% per Ende 2015. Die Rendite des betrieblichen Kapitals (ROIC) sank nur marginal auf 10.8% in 2015. Gemessen an einem durchschnittlichen Kapitalkostensatz (WACC) von 7.0% ergibt dies eine weiterhin gute Wertschöpfung von +3.8%.

Ausblick 2016
Der Start in das neue Jahr ergab erwartungsgemäss mit CHF 101.8 Mio. einen Umsatz im ersten Quartal 2016, welcher nur auf Vorjahrsniveau (CHF 101.9 Mio.) lag. Der Grund liegt in einem ausserordentlich starken Vorjahrsquartal 2015, in welchem eine aperiodisch hohe organische Wachstumsrate von +9.2% erzielt wurde, welche bezogen auf das ganze Geschäftsjahr auf +3.4% abnahm.

Für das Geschäftsjahr 2016 rechnen wir mit einem weiterhin anspruchsvollen Wirtschaftsumfeld, in welchem mit den notwendigen Anstrengungen und den geplanten Business Development Projekten ein moderates organisches Umsatzwachstum angestrebt wird. Auf der Rohstoffseite erwarten wir insgesamt keine wesentliche Veränderung, wenn auch einzelne Rohstoffpreise schwanken werden. Verbunden mit einem konsequenten Kostenmanagement wird eine zum Umsatz leicht überproportionale EBIT-Steigerung und somit eine Erhöhung der EBIT-Marge erwartet.

Vorschläge des Verwaltungsrats an die Generalversammlung
An der ordentlichen Generalversammlung vom 25. Mai 2016 wird der Verwaltungsrat den Aktionären eine unveränderte Dividende von CHF 16.00 pro Inhaberaktie vorschlagen. Eine Veränderung bei den Verwaltungsratswahlen ist der altersbedingte Rücktritt von Herrn Fritz Höchner. Herr Höchner wird sich nach 25 Jahren mit sehr engagiertem und höchst wertvollem Einsatz im Verwaltungsrat der Hügli Holding AG nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Der Verwaltungsrat wird somit wieder 6 Mitglieder umfassen, nachdem letztes Jahr durch die Neuwahl von Dr. Andreas Binder kurzfristig die Anzahl auf 7 erhöht wurde.

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