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Ingenieurstudium im Distanzunterricht

03. Juli 2020 | 11:24 Autor: NTB Folio, Roland Seeger | Anzeige Vorarlberg, Liechtenstein, Schweiz

Die NTB ist eine Hochschule, in der besonders praxisnah studiert wird. Wie die NTB es trotz Lockdown geschafft hat, ihre Studierenden erfolgreich zu begleiten.

Die Dozierenden engagieren sich für ihre Studierenden und stehen für eine «Open Door»-Politik. Doch was ist, wenn die Türen von einem Tag auf den anderen geschlossen bleiben müssen? So geschehen am (Nomen est Omen) Freitag, 13. März 2020. Auf Anweisung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) musste die NTB in Buchs und St.Gallen im Rahmen von Coronavirus-Schutzmassnahmen den Präsenzunterricht (PU) einstellen. Ganz unerwartet kam der Entscheid nicht, und alle an der NTB haben die Zeit bis zur Bekanntgabe der Massnahmen aktiv genutzt: So konnten bereits ein paar Tage später die ersten Lektionen im Distanzunterricht (DU) durchgeführt werden. Die Methoden und Techniken dazu sind sehr unterschiedlich – aber immer situations- und unterrichtsgerecht.

Der grösste Teil der Lektionen erfolgt per Microsoft-Teams. Der Aufwand gegenüber dem Präsenzunterricht ist für die Dozierenden höher, die Rückmeldungen seitens der Studierenden rechtfertigen dies jedoch. Alle Beteiligten sind sich einig, dass der persönliche Austausch durch nichts zu ersetzen ist. Es gibt aber auch positive Seiten. Deshalb wird die NTB einzelne Elemente des DU zukünftig in die Lehre einfliessen lassen.

Das nachfolgende Gespräch hat zu Beginn der Corona-Massnahmen stattgefunden und zeigt die Situation im März 2020. Inzwischen (Stand Juli 2020) konnte das BAG viele Lockerungen der Massnahmen erlassen.

Wie geht die NTB mit der Situation um?
Die NTB hat am 16. März 2020 vollständig auf DU umgestellt. Eine Woche zuvor wurden in den Vorlesungen die technischen Aspekte noch installiert, ausprobiert und gemeinsam mit den Studierenden geübt. Alle Beteiligten haben die Umstellung durch ihre Bereitschaft zum Wechsel unterstützt. Durch das Engagement aller Mitarbeitenden im Umfeld der Lehre, den Informatikdiensten und der modernen Infrastruktur an der NTB war der Umstieg innert kürzester Zeit erfolgreich.

Wie wird der Aus- und Weiterbildungsbetrieb aufrechterhalten?
An der NTB werden die Studierenden neben den technischen Aspekten und Lehrinhalten der Elektronik, Photonik, Informatik, Mikrotechnik und dem Maschinenbau auch für die Anforderungen der Praxis im digitalen Zeitalter ausgebildet. Kommunikation und praktisches Arbeiten über Netzwerke hinweg sind Bestandteil der Ausbildung. Entwicklungen realer Produkte (z. B. Consumer-Produkte oder Maschinen) oder virtueller Produkte (z. B. Software, Konzepte und Dokumentationen) über verteilte Standorte hinweg sind Forderungen aus der Praxis und sind in den Vorlesungen verankert. Dies gehört an der NTB ebenso zum «Handson», wie der Umgang mit Laborinstrumenten oder Simulationsmethoden.

Mit welchen Kanälen arbeiten die Dozierenden?
Es gibt keine Vorlesungen «aus der Konserve». An der NTB werden die Veranstaltungen Face-to-Face zwischen den Studierenden und den Dozierenden gehalten. Vorträge der Dozierenden wechseln sich mit Referaten der Studierenden ab. Übungen werden gemeinsam – aber örtlich getrennt – durchgeführt und moderiert.

Wie kann ein Unterricht zu Corona-Zeiten aussehen und wo liegen die Herausforderungen?
Mit dem Engagement aller Beteiligten kann er genauso aussehen wie der Präsenzunterricht: Interessant, abwechslungsreich, ansprechend. Gleichartig, aber anders. Distanz- und Präsenzunterricht können nicht gleich sein und sind im Ablauf nicht vergleichbar. DU ersetzt nicht das Lernen in Präsenz mit dem Zugriff auf Laborinstrumente, der Gruppenarbeit in einem Raum und dem direkten Austausch untereinander. Genau darin liegt die Herausforderung.

Gibt es eventuell auch Chancen und Vorteile?
Die Realität hat den Distanzunterricht in den Fokus einer modernen Aus- und Weiterbildung gerückt. Unsere Studierenden lernen heute, worauf es bei der Arbeit im Home-Office ankommt: Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Selbstdisziplin. Sie haben sich ihre Arbeitsplätze eingerichtet und sie wissen, wie kommuniziert und über Distanz kollaborativ zusammengearbeitet wird. Auch können sie die Vor- und Nachteile des Home-Office beurteilen, um auch in Zukunft das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu wählen.

  • NTB FOLIO im Gespräch mit Dr. Michael C. Wilhelm. Er ist Studiengangleiter Systemtechnik und hat das Projekt Distanzunterricht (DU) an der NTB koordiniert.
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