Der Treffpunkt der Schweizer Strom- und Energiewirtschaft schliesst bei den Powertagen mit tollem Ergebnis

Der Treffpunkt der Schweizer Strom- und Energiewirtschaft schliesst bei den Powertagen mit tollem Ergebnis

Zürich (CH) Die diesjährigen Powertage, eine von über 30 eigenen Events der MCH Group, welche letztmals 2018 als Live-Veranstaltung stattfinden konnten, setzte die zukunftsfähige Energieversorgung ins Zentrum. 150 Ausstellende präsentierten dafür ihre Lösungen, Technologien und Dienstleistungen und über 2'000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über Trends und Innovationen zu informieren und ihr Netzwerk zu pflegen und auszubauen.

Der Umbau der Energielandschaft für eine zuverlässige und nachhaltige Energieversorgung stellt Produzenten als auch Konsumenten vor grosse Herausforderungen. Vom 17. bis 19. Mai trafen sich in der Messe Zürich relevante Akteure aus der Schweizer Strom- und Energiewirtschaft, um über dringliche Massnahmen entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu diskutieren und neue Lösungsansätze, Technologien sowie innovative Produkte vorzustellen. Im Fokus der diesjährigen Ausgabe der wichtigsten Branchenplattform für die Schweizer Stromwirtschaft standen die Versorgungssicherheit, die erneuerbare Stromversorgung sowie die Digitalisierung, die Cybersicherheit und die Energieeffizienz. Ebenso wurden während den drei Veranstaltungstagen Neuerungen für Mobilität, Sektorenkopplung und Speicherung vorgestellt. Über 2'000 Fachpersonen kamen während 3 Tagen in der Messe Zürich zusammen. Gerade in der aktuellen Zeit der Verunsicherung im Schweizer Energiemarkt, ist der direkte Dialog vor Ort umso wichtiger. Nach vier Jahren war das Bedürfnis der Schweizer Strombranche für persönliche Gespräche und Begegnungen an den Powertagen deutlich spürbar.

Fachforum VSE mit Schwerpunkt Effizienz und Fachkräfte
Das Fachforum des VSE beleuchtete am 17. Mai die zentralen Fragen rund um die Sicherstellung der zukünftigen Stromversorgung: Nadine Brauchli (VSE), Benoît Revaz (BFE), Gian von Planta (SWL) und Jörg Wild (Energie 360°) diskutierten die wichtigsten Massnahmen, die für die zukünftige Versorgungssicherheit ergriffen werden müssen. Valérie Bourdin (VSE) und Konrad Rieder (SIG) präsentierten im Anschluss eine kollaborative Energieeffizienzplattform und gaben damit einen Einblick in ein branchenübergreifendes Projekt. Ohne Netzelektrikerinnen und Netzelektriker lässt sich das Stromnetz nicht für die Energiezukunft fit machen. Doch weshalb ist es so schwierig für diese hochrelevante Branche genügend Fachkräfte zu mobilisieren? Christoph Hauser von der Hochschule Luzern analysierte den Fachkräftemangel aus volkswirtschaftlicher Perspektive und diskutierte im anschliessenden Podium mit Andreas Degen (VSE), Reto Schrepfer (ewz) sowie Yves Nützi (Lernender Netzelektriker ewz) ganz konkret über die aktuellen Herausforderungen und Veränderungen dieses Berufsbildes.

Fachforum Electrosuisse quantifizierte Lösungswege mit vernetzten Energiesystemen
Am zweiten Messetag beleuchtete das Fachforum der Electrosuisse wichtige Lösungsansätze für die Stärkung der bisher fast selbstverständlich zuverlässigen Versorgungssicherheit mit Energie. Kristina Orehounig (EMPA/ETH) und Pierre-Jean Alet (CSEM) erklärten und quantifizierten die Wichtigkeit eines digital vernetzten Zusammenspiels von Erzeugern, Speichern und Verbrauchern. Diese funktionieren stark dezentral und koppeln auch technische Nachbarbereiche wie das Wärme-/Kältemanagement von Gebäuden, Lademanagement der Elektromobilität und Tages- wie Saisonbrücken über verschiedene Speichertechnologien. Suad Emrulai (Siemens Schweiz AG) erklärte folgerichtig die Wichtigkeit eines strukturierten Aufbaus von Cyberschutz rund um die digitalen Netzfunktionen, der für das zunehmend dynamische System längst zu einer Funktionsgrundlage geworden sind. Felix Tresch (EW Ursern) gab zudem wertvolle Einblicke in die Betriebserfahrung der bestehenden Windanlage und zeigte auf, wie diese künftig mit einem gut austarierten Ausbauprojekt einen zusätzlichen wertvollen Beitrag zur Energieversorgung im kritischen Winter leisten kann.

Open Innovation Forum präsentierte Fehlschläge und Erfolgsgeschichten
Auf dem neuen Open Innovation Forum wurden Fehlschläge, die am Schluss eigentlich gar keine waren und Erfolgsgeschichten, die noch nicht ganz fertig sind, ins Zentrum gerückt. Mit viel Herzblut präsentierten die Protagonistinnen und Protagonisten ihre Geschichten. Fredy Brunner (Alt Stadtrat von St. Gallen) gewährte dem Publikum einen Einblick in das Geothermieprojekt von St. Gallen, welches er während seiner achtjährigen Amtszeit konsequent vorangetrieben hat. Das Projekt scheiterte, da in 4500 Metern Tiefe weniger Wasser zum Vorschein kam, dafür aber sehr viel Erdgas, welches jedoch so nicht brauchbar war. Thomy Jourdan (Gemeinderat von Muttenz) nahm die Gäste mit auf seine Reise, in der in Muttenz ein erstes Windrad in einer Industrie-Umgebung hätte gebaut werden sollen. Die Abstimmung in der Gemeindeversammlung ging knapp verloren, da die Gegner mit ihren Argumenten es sei zu laut und würde die Umwelt verschandeln, mehr Zustimmung genossen, wie die Initianten dieses Projektes. Jourdans Lehre daraus ist, dass man nicht genug Kommunikation betreiben kann. Fabian Baerlocher (Rapp AG und Mitgründer Ormera) präsentierte die Geschichte von Ormera, Ihr System beabsichtige Rechnungen via Smartmeter direkt vom Konto abzubuchen. Das Prototypensystem konnte den Energiepreis eines Kaffees direkt von der Kaffeemaschine aufs Handy senden. Doch als sich das Unternehmen von seinen Mutterfirmen lösen wollte, kam die neue Finanzierung nicht rechtzeitig zu Stande. Das war das Ende. Genau in jenem Moment, als alles funktioniert hätte. Vorgestellt wurden auch erfolgreiche Gründungen und Pilotprojekte. So sind Evangelos Vrettos (Swissgrid AG) und Vanessa Schröder (ewz) mit der Equigy-Plattform dabei, einen automatischen Markt für Systemdienstleistungen und Regelenergie zum Ausgleich des Stromnetzes auszuarbeiten. Ein virtuelles Konstrukt, in dem Auto- und Wärmepumpenhersteller die Kapazität ihrer Batterien und Stromverbräuche einbringen und das den Netzbetreibern über einen virtuellen Markt verkaufen. Arthur Janssen (IWB und Präsident der H2-Produzenten) und David Heinzer (ebs Energie AG) möchten die Produktion von Wasserstoff ausbauen. Dabei sollen die Schwyzer Kraftwerke vor allem dann Wasserstoff produzieren, wenn der laufende Bedarf durch Photovoltaik gedeckt ist und es für den Wasserstrom keine Abnehmer gibt, die Turbinen aber trotzdem laufen müssen.

"Die erste Durchführung des Open Innovation Forum mit fünf unterschiedlichen Projekten aus der Energiewirtschaft überzeugte in seiner Erstausgabe. Den Vertreterinnen und Vertretern der Fail- und Success-Stories ist es gelungen, das Publikum mit auf ihre persönliche Reise zu nehmen. Zusätzlich haben sie ihre Learnings im anschliessenden Podium zusammen mit Fabian Etter, Co-Präsident swisscleantech, diskutiert und mit dem Publikum geteilt", sagt Theresia Saner, Brand Director der Powertage.

Zwei Plattformen für Startups aus der Schweizer Energieszene
Erstmalig fand der Energy Startup Day, der von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) organisiert wird, im Rahmen der Powertage statt. Zusammen mit dem xplor Startup Village, erhielten Start-ups eine ideale Plattform, um sich mit den grossen Energieversorgern und Mobility- und Gebäudeunternehmen zu vernetzen.

Innovationen für die Energiezukunft auf dem Speakers Corner
Der Speakers Corner feierte an den diesjährigen Powertage 2022 Premiere: In kurzen Referaten wurden innovative Produkte und Lösungen vorgestellt und gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. Von Sicherheits- bis hin zu Mobilität- und Nachhaltigkeitsthemen war während den drei Veranstaltungstage alles dabei. Das Fazit: Es braucht Mut für Innovationen und Veränderung in der Strombranche!

Die nächsten Powertage finden im Frühling 2024 statt. Das genaue Veranstaltungsdatum wird im kommenden Herbst publiziert.

 

MCH Messe Schweiz (Basel) AG

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