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Matriq AG gewinnt den ZKB Pionierpreis Technopark 2021

26. August 2021 | 08:44 Autor: Science Communications GmbH Schweiz

Zürich/St. Gallen (CH) Ein Verfahren für die fälschungssichere Markierung von Kunststoffbauteilen mit individuellen Codes erhält einen der wichtigsten Innovationspreise der Schweiz.

Die im Oktober 2019 in St. Gallen gegründete Matriq AG erhielt heute im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Technopark Zürich den mit 98 696.04 Franken dotierten ZKB Pionierpreis Technopark 2021. Die ungewöhnliche Summe entspricht dem 10 000-fachen Wert des Quadrats der Zahl Pi und soll Stärke, Weitsicht und Faszination symbolisieren. Im zwanzigsten Jahr seines Bestehens hatten sich 30 Jungunternehmen um den ZKB Pionierpreis Technopark beworben.

Die Matriq AG kann mit ihrer patentierten Technologie Kunststoffteile eindeutig, individuell und fälschungssicher markieren – günstiger, schneller und sicherer als bisher verwendete Technologien. Medizinische, sicherheitskritische und besonders hochwertige Objekte aus Kunststoff müssen häufig rückverfolgbar sein. Um sie individuell kennzeichnen zu können, hat Matriq einen Formeinsatz mit 8 mm Durchmesser entwickelt, der mit zweihundert winzigen Heizelementen ausgestattet ist. Diese werden elektronisch einzeln angesteuert und können so in Sekundenbruchteilen eine 2D-Codierung im Datamatrix-Format – ähnlich einem QR-Code – auf dem noch formbaren Kunststoffelement anbringen. Die Prägung erfolgt in der Herstellungsmaschine, weitere Markierprozesse entfallen. Zusätzliche periphere Geräte werden damit nicht mehr benötigt.

Der Code kann mit einer beliebigen Kamera eingelesen werden. Mit seiner Hilfe lässt sich das Produkt während seines ganzen Lebenszyklus nachverfolgen. Solche Ursprungsnachweise für Kunststoffteile sind vor allem in der Medizinalbranche und in der Autoindustrie unentbehrlich. Der Code macht das Bauelement auch fälschungssicher und ersetzt somit zum Beispiel ein Hologramm.

Einfache Integration, guter Zugang und hohe Relevanz
Markierungslösungen machen 7 bis 10 Prozent der gesamten Fertigungskosten aus und sind ein grosser Markt. Die Entwicklung und Fertigung der mikroelektronischen Bauteile des Formeinsatzes ist sehr kostspielig. Jedoch nicht für den Kunden: Dieser bezahlt pro Markierung, wodurch ihm Initialinvestitionen erspart bleiben. Die Jury haben drei Aspekte der Lösung von Matriq überzeugt: die einfache Integration der Markierungstechnologie in den Produktionsprozess, die Zugänglichkeit der Technologie für unterschiedliche Polymertypen und Produktionsarten sowie die hohe Relevanz für verschiedene Anwendungen. Diese drei Punkte lassen die Jury glauben, dass die Lösung eine weite Verbreitung erfahren wird.

"Der Gewinn des Pionierpreises ist eine grosse Ehre für uns", sagt André Bernard, Co-Gründer und CEO der Matriq AG: "Die Auszeichnung ist auch ein Zeichen der Anerkennung des Pioniergeists und der Innovationsleistung in der Ostschweiz. Sie motiviert junge Menschen, Spin-offs zu wagen und eigene Start-ups zu gründen."

Weitere Preise für Planted Foods und FenX

Die beiden unterlegenen Mitfinalisten Planted Foods und FenX erhalten je knapp 10 000 Franken. Die Planted Foods AG erzeugt gesundes und nahrhaftes "Fleisch" direkt aus Pflanzen. Mit einer neuen Technologie werden die Faserlängen verschiedener Fleischsorten nachgeahmt. Die Proteinquellen können dabei flexibel ausgewählt werden. Neben Erbsen finden derzeit auch Sonnenblumen und Hafer Verwendung, auf Zusatzstoffe wird verzichtet. Das von Planted angewandte Verfahren kann ausserdem jene Saftigkeit erzeugen, die Verbraucher derzeit bei Fleischanaloga vermissen.

Zum 20-jährigen Jubiläum des Pionierpreises erhielt die Planted Foods AG von der Jury zusätzlich einen Sonderpreis in Höhe von 20 000 Franken. In der Begründung wird hervorgehoben, dass das Start-up eine innovative Technologie zur Erzeugung von Fleischalternativen entwickelt hat, darüber hinaus aber auch eine Pionierleistung erbracht hat, in dem es aussergewöhnlich schnell eine hohe öffentliche Sichtbarkeit beim Verbraucher erreicht hat und in vielerlei Hinsicht den Zeitgeist trifft.

Das 2019 gegründete und in Zürich ansässige Start-up FenX hat sich zum Ziel gesetzt, Dämmstoffe aus Industrieabfällen zu produzieren. Heute setzt die Bauindustrie noch auf Isolationsmaterialien aus Plastik und Glas- oder Steinwolle, wobei Kompromisse hinsichtlich Entflammbarkeit, Ökologie oder Preis eingegangen werden. FenX hat eine Technik entwickelt, um «wertlose» Industrieabfälle oder Aushubmaterial durch ein neuartiges und kostengünstiges Schaumverfahren bei Raumtemperatur in handliche und leistungsstarke Dämmplatten umzuwandeln. Diese weisen eine hohe mechanische Festigkeit und bemerkenswerte Isolationseigenschaften auf. Vor allem sind sie nicht brennbar und verursachen nahezu keine CO2-Emissionen.

Eine Auszeichnung für Innovation seit 20 Jahren

In ihrer Keynote sprach die Schweizer Extrem-Bergsteigerin Evelyne Binsack zum Thema "Kein Pioniergeist ohne Willenskraft". Dr. Jörg Müller-Ganz, Präsident des Bankrats der Zürcher Kantonalbank, der Sponsorin des Pionierpreises, überreichte den Preis. Er dankte allen drei Finalisten für ihren Einsatz und sagte: "Innovative Produkte wie die ihrigen tragen zum Wohlstand unserer Zukunft bei".

Der ZKB Pionierpreis Technopark gilt als einer der wichtigsten Innovationspreise für Jungunternehmen in der Schweiz. Er wird seit 2001 jedes Jahr von der Zürcher Kantonalbank und der Stiftung Technopark Zürich verliehen. Zum Jubiläum des Pionierpreises ist jetzt eine Zeitschiene mit einem Rückblick auf die Preisträger der letzten 20 Jahre in der Eingangshalle des Technoparks Zürich zu sehen.

    Matriq AG

    Lerchenfeldstrasse 3, 9014 St. Gallen
    Schweiz

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