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Ganz oder gar nicht: Halbherzige Engagements in Sachen Social Media bei Ostschweizer KMU

31. Oktober 2013 | 13:40 Autor: HTW Schweiz

Chur (CH) Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Graubünden, St. Gallen, Glarus und den beiden Appenzeller Kantonen verhalten sich zurückhaltend bei der Einbindung von Social Media Kanälen in ihre Geschäftsprozesse. Der Einsatz ist oft von Unsicherheiten geprägt und gleichzeitig wird kaum auf externe Unterstützung zurückgegriffen. Dabei sind die in Social Media aktiven KMU eher jünger und innovativer als inaktive KMU.

35% der kleinen und mittleren Unternehmen nutzen Social Media Kanäle, während 65% dies nicht tun. Doch nicht nur bei den inaktiven, sondern auch bei den in Social Media aktiven KMU prägen Unsicherheiten den Einsatz: das Fehlen einer Strategie und der notwendigen Kenntnissen hemmt mehr als die Hälfte der Unternehmen, ihr Engagement in Social Media zu verstärken.  

Gerade der Einsatz und Nutzen von Social Media wird häufig für und mit Grossunternehmen thematisiert. Da das Thema für die KMU-Landschaft jedoch bislang nur wenig adressiert wurde, hat ein Forscherteam vom Schweizerischen Institut für Entrepreneurship SIFE der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur an einem repräsentativen Sample untersucht, was Social Media den KMU tatsächlich bringt. Denn die Schweizer Unternehmenslandschaft ist von Mikrounternehmen geprägt: 87% aller Schweizer Unternehmen beschäftigen nur bis zu 9 Mitarbeiter. "Diese Tatsache wird häufig vergessen, wenn der geeignete Einsatz und Nutzen von Social Media diskutiert wird. Für ein kleines Unternehmen mit 5 Mitarbeitern stellen sich ganz andere Herausforderungen im Umgang mit Social Media als bei einem Grossunternehmen", betont Projektleiterin und Co-Autorin Wagner.

Die Social Media aktiven KMU sind mit einem mittleren Alter von 15 Jahren etwa sechs Jahre jünger als inaktive KMU. Den Unternehmen, die erst in einer Zeit mit Web 2.0 gegründet wurden, fällt es offensichtlich leichter, Social Media Aktivitäten in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Sie beschäftigen mehr Mitarbeitende, generieren insgesamt einen höheren Umsatzanteil durch Innovationen und konnten ihren Innovationsoutput signifikant mehr steigern als inaktive KMU.

Es zeigt sich, dass nicht mal die relativ niedrig gesteckten Ziele erreicht werden bzw. Wirkung zeigen. Auch die organisatorische Einbettung durch eine eigene Social Media Stelle tendiert mit Stellenprozenten im einstelligen Bereich gegen Null. All dies sind Indizien, dass die Unternehmen nicht viel von diesen (zunächst kostenlosen) Lösungen erwarten und halbherzige Social Media Engagements eher "nebenher" verfolgen, die dementsprechend die erwünschte Wirkung verfehlen. Gleichzeitig verzichtet die Mehrheit der Unternehmen auf die Unterstützung bei bestimmten Tätigkeiten durch externe Dienstleister.

"Unternehmen müssen sich verstärkt mit der Frage auseinandersetzen, ob sie ihre Engagements in Social Media in Zukunft entweder richtig strategisch angehen oder es schlicht sein lassen. Dann sparen sie die Kosten und den Aufwand", resümiert Wagner. Zu dem Entscheid für eine Umsetzung gehöre zunächst die Entwicklung einer Strategie, die zum Geschäftsmodell des Unternehmens passt. Danach muss die Frage beantwortet werden, an welcher Stelle im Geschäftsmodell die Nutzung eines Social Media Kanals für einen bestimmten Verwendungszweck besondere Mehrwerte bringen kann.

Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur
Die Hochschule für Technik und Wirtschaft beschäftigt 210 fest angestellte Mitarbeitende. Mit zusätzlich rund 130 Lehrbeauftragten bildet die Hochschule 1600 Studierende aus. Es werden Bachelor-, Master- und Weiterbildungsstudien in den sechs Disziplinen "Bau", "Informationswissenschaft", "Management", "Medien und Kommunikation", "Technik" sowie "Tourismus" angeboten. Die HTW Chur betreibt in allen Fachbereichen angewandte Forschung und Entwicklung, führt Beratungen durch und bietet Dienstleistungen an. Die gesamte Hochschule ist ISO 9001:2008 zertifiziert. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur ist Teil der FHO Fachhochschule Ostschweiz.

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